Secret Cutter – ///

von am 5. April 2025 in Album

Secret Cutter – ///

Aufgrund der vorangegangenen sieben Jahren Abwesenheit kann man /// wohl durchaus als Comebackalbum bezeichnen. Auf diesem drehen Secret Cutter die Daumenschrauben jedoch derart vertraut, effektiv und prägnant fokussiert an, als wären sie nie weggeworfen.

Das auf (den auch hiernach noch als Band-Zenit gelten müssenden Vorgänger) Quantum Eraser von 2018 folgende, mit seinem pragmatischen Titel und Artwork praktisch aus dem Nichts gekommene dritte Studioalbum des Trios aus Bethlehem ist abermals eine adäquate Entsprechung eines angepissten Grindcore-Berserkers, der sich auf eine ausblutend schwer planierende Walze gesetzt hat.
Natürlich drangsaliert diese Melange auch einmal mehr alleine schon über die rau in die Mangel nehmende Produktion, durch Sound und eine fiese Attitüde. Als unerbittlich auslaugendes Amalgam, dessen konträre stilistischen Pole so homogen verschweißt sind, dass die knappe halbe Stunde Spielzeit zugegeben nicht weiter ausgereizt hätte werden dürfen, um nicht einer allzu konzentrierten Gleichförmigkeit anheim zu fallen.

Eine bisweilen zähe Monotonie kann in dieser Konsequenz jedoch durchaus als Tugend verstanden werden.
Subject to Change klingt, als wären Unsane von einem kasteienden Dämon der Heaviness besessen, zermürbend fauchend, derweil Spleen tonnenschwer sein stoisches Riff im Groove repetiert. Die lange Abwesenheit hat die Band nicht milder werden lassen, die Aggression drückt immer noch brutal. Wichtiger noch ist aber, dass Secret Cutter ihr Blatt einmal mehr nicht überreizen und Könner geblieben sind, wenn es darum geht, Hebel effektiv anzusetzen, Langeweile zu vermeiden und das simplizistische Songwriting durch Dynamik aufzufächern oder wenig Spannweite mit viel Intensität umzumünzen.
Destined to Fail hämmert, damit das knapp skandierende Feeding the Gods bis in den droneaffinen Doom siechen kann, bevor vor allem die zweite Albumhälfte (abseits des schleppenden Malstroms Ghosts of Your Youth) das Tempo instinktiv anzieht.

Schon Humanoid knüppelt rasend mit rumorendem Motor, Charging Bull eskaliert psychotisch und das martialisch kloppende Siren Song mutiert als vielseitigste Nummer bis zur sägenden Schleuder. Dass das Sperrfeuer Myriad das geschlossene Ganze dann klangtechnisch aufbrechen würde, erweist sich als derbe Finte auf dem Weg zur Kakophonie: Überraschungen sparen sich Secret Cutter (abseits ihres hinterhältigen, urplötzlichen und kaum mehr für möglich gehaltenen Wieder-Auftauchens).
/// dauert so keine Sekunde zu lange, will die Perspektiven der Band nicht erweitern oder konzentrieren, tobt sich in seinem überschaubaren Zwinger aber mit einer willkommenen Zuverlässigkeit aus. Diese Rückkehr tut damit auf schmerzhafte Weise gut.

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