British Sea Power – Machineries of Joy
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Das fünfte Studioalbum des Sextetts aus Brighton ist ein überarbeitete Best of der letztjährigen Demo-EP-Reihe. Dafür haben British Sea Power weitestegehend die besten der 32 vorhandenen neuen Stücke auf Vordermann gebracht und liefern damit gewohnt souverän von Statten gehenden, aber unter dem Radar der Massen stattfindenden Indierock von den Insel.
Eigentlich unverständlich, dass British Sea Power vor allem in hiesigen Breitengraden nie die Aufmerksamkeit erfahren haben, die ihnen in ihrer Heimat zumindest ein überdurchschnittlich treuer Fankreis zusichert. Vielleicht ist der zelebrierte, Britpop geprägte Indierock der Band einfach zu fehlerfrei und zu wenig aufsehenerregend gespielt. Dass sich die Band mit jeder Platte ein Stück weiter zurücklehnt und ihre kleinen Hymnen zwischen dem reichhaltigen Instrumentarium längst verinnerlicht hat, macht das Gespann zusätzlich nicht per se cooler, ihre wieder kompakter gewordenen Songs aber zu umso schöneren Weggefährten durch das melancholische getränkten Küsten Englands und den Weg aus der Jugend hinein ins gesetztere Leben.
Auch auf dem überraschungsarmen ‚Machineries of Joy‚ bleibt also abgesehen von Sex mit Tieren und erotischen weiblichen Bodybuildern in den Texten weitestgehend alles beim alten, British Sea Power schreiben Ohrwürmer die keine Hits sein wollen und umgekehrt. Bereits er eröffnende Titelsong rockt sehnsüchtig in die Bestenliste der Band, ‚K Hole‚ dreht die Verstärker beinahe übermütig in den Partymodus. Das elegisch in seinen Streichermeer treibende ‚Hail Holy Queen‚ nimmt ein wenig das Tempo zugunsten der zugänglichen Verschrobenheit der Band aus dem Geschehen. Alle Zeit der Welt hat dann auch ‚What You Need The Most‚, dieser wunderbar romantische Tanz durch den Ballsaal unter freien Sternenhimmel und am besten sind British Sea Power ohnedies immer dann, wenn es sich so traurig in den Horizont blicken lässt wie bei ‚A Light Above Ascending‚.
‚Monsters of Sunderland‚ wäre mit ein wenig Korrektur an den Koordinaten eine triumphale Bandhymne, mit seinen feierlich durchs Bild gallopierenden Bläsern, der Hope of the States-Gitarre und den nach Publikumsinteraktion verlangenen Mitsing-Momenten. Der verklärte Blick der so gerne in der Vergangenheit schelgenden British Sea Power wird dann hingegen im schwarz/weiß funkelnden ‚Radio Goddard‚ bedient. Nicht jeder Moment auf ‚Machineries of Joy‚ ist derart betörend gut geworden, aber weder das ziellos zwischen psychedelischen Eckpunkten und den Fanscharen von Idlewild bis Super Furry Animals mäandernde ‚Loving Animals‚ oder der gelungene Bandstandard ‚Spring Has Sprung‚ können in diesem unscheinbar charismatischen Umfeld enttäuschen. British Sea Power haben aus dem vorhandenen Material eben abermals ein still strahlendes, homogenes kleines Feuerwerk aus überdurchschnittlich netten Britrock-Songs gebastelt. Für die vorhandenen Fans wohl abermals eine Bestätigung der fehlerfreien Form der gen Kulttruppe schippernden Fraktion, für alle anderen der Beweis, wie fein die Insel selbst abseits derHauptattraktionen musiziert. Und als Schulterschluß liefern British Sea Power den potentiellen Konsens-Soundtrack für laue Sommerabende gleich selbst dazu.
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